Peter Gbiorczyk


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Vorwort

 

Mit diesem Buch wird eine Biographie über den vor allem von reformierter Theologie, den Erfahrungen als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, der Jugendbewegung und der Bekennenden Kirche in der Zeit  der nationalsozialistischen Herrschaft geprägten Wilhelm Wibbeling vorgelegt Er ist Soldat und Offizier (1914-1918), Pfarrer in Xanten (1922-1928), in Hellstein/Udenhain (1928-1932), in Langendiebach (1932-1961) und Propst des von Hanau bis Fulda reichenden Südsprengels der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (1946-1961). Hervorgehoben werden muss außerdem, dass er in allen Epochen seines Lebens auch publizistisch tätig war und deshalb seine zahlreichen Veröffentlichungen als wesentliche Quellen herangezogen werden konnten. 

 

Die Dramatik der Zeit vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 bezeichnet Eric Hobshawm als Das Zeitalter der Extreme, hier übernommen im Untertitel des Buches. Die für diese Biographie davon vor allem relevanten ersten sieben Jahrzehnte enthalten zunächst von 1914 bis 1945 das Zeitalter der Katastrophen mit den  beiden Weltkriegen, mit Genoziden, Diktaturen, millionenfachem Flüchtlingselend.     Es folgen die Neuordnungen für ungefähr drei Jahrzehnte im sogenannten Goldene Zeitalter ab 1945 mit dem Kalten Krieg und dem vom jeweiligen Wirtschaftssystem unabhängigen   Aufschwung vor allem in den USA, in Westeuropa und in Osteuropa.  

 

Meine Sehpunkte sind durch Erzählungen der beiden Generationen meiner Familie aus dem Zeitalter der Katastrophen ausgebildet und mit bestimmt worden. Dann hat das eigene Erleben des folgenden Zeitalters als Schüler und Student und durch dreißig Jahre als Pfarrer und Dekan im ehemaligen Kirchenkreises Hanau-Land eine wichtige Rolle gespielt. Neben der Arbeit in den Gemeinden und in den Aufgabenfeldern des Kirchenkreises anschließend intensiver im Ruhestand wurde die Beschäftigung mit der Orts- und Regionalgeschichte, als Kirchengeschichte und ansatzweise als unlösbar damit verbundene Politik-und Sozialgeschichte immer wieder durch bestimmte Ereignisse und Menschen ausgelöst und befördert.

 

Das führte nach Aufsätzen zunächst zu einer Monographie über die Entwicklung des Landschulwesens in der Grafschaft Hanau in der frühen Neuzeit. Es folgte  die Biographie über den in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als reformiertem Pfarrer an der Marienkirche in Hanau und als Inspektor der Grafschaft Hanau tätigen Friedrich Grimm, dem Urgroßvater der Brüder Grimm. Die Idee und die Ermunterung, sich danach der neueren Kirchengeschichte mit einer Biographie über Wilhelm Wibbeling zuzuwenden,  verdanke ich vor allem Pfarrer Otto Löber. Für mich lag dies auch nicht so fern, da ich von 1987 bis 1989 als einer der Nachfolger Wilhelm Wibbelings auf der Pfarrstelle in Langendiebach durch das Archiv der Kirchengemeinde und Erzählungen von Zeitzeugen erste Einblicke in  sein Wirken zur Zeit der NS-Herrschaft und dann in den Neuanfängen nach 1945 in der Gemeinde und als Propst im Sprengel Hanau sowie in der Landeskirche erhielt.

 

Danken möchte ich zunächst all denen, die durch ihre fachlichen Kenntnisse die Erarbeitung dieser Untersuchung befördert haben: Professor Dr. Gerhard Menk von der Universität Gießen, dem sachkundigem Kenner  reformierter Theologie und  Geschichte, Jürgen Rosen, dem Experten für die Geschichte der Kirchengemeinde Xanten, Marc Zirlewagen, dem Historiker zur Geschichte der Vereine Deutscher Studenten, Gerhard Lüdecke, dem Erforscher der Geschichte von Elisabeth Schmitz und Bischof Professor Dr. Martin Hein insbesondere für das Geleitwort.

 

Darüber hinaus danke  ich den  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etlicher Archive und Bibliotheken, die bei den Recherchen sehr fachkundig und zuvorkommend beraten und praktisch geholfen haben, so denen der Landeskirchlichen Archive in Bielefeld, in Kassel, in Düsseldorf und in Hannover, des Stadtarchivs  und der Landeskundlichen Abteilung Hanau, des Zentrums für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises, der Landeskirchlichen Bibliotheken in Hannover und in Kassel, dem Landeskirchlichen Archiv Hannover, der Leibniz-Bibliothek Hannover, ebenso den Pfarrerinnen, PfarrerInnen und Sekretärinnen der Pfarrämter Hellstein/Udenhain, Langendiebach, Langenselbold und der Deutsch-reformierten Gemeinde Frankfurt, Pfarrerin Heidrun Strippel, Dr. Wolfgang Schubert, Erwin Hirchenhain/Geschichtsverein Erlensee, Volker Kirchner/Wächtersbach, JoachimVolz, Hermann Tilp, Oberlandeskirchenrat Dr. Michael Dohrs, Karl Müller, Dr. Hermann Kleinstück, Gerhard Lüdecke/Hanau, Walter Reul/Bergen-Enkheim, Dekan i. R. Hans Mener, Pastor Jorge Gerhard/Montevideo.

 

Besonders wichtig waren auch die Gespräche mit Zeitzeugen, die mir von ihren Begegnungen und Erfahrung mit Wilhelm Wibbeling berichtet haben: Rainer Olschewski/Bergen und Sigrid Schreiber/Langendiebach insbesondere auch für Überlassung von Archivalien der Familie Wibbeling, ebenso Heinrich Ruth/Langendiebach, Heinrich Rüger/Langendiebach, Dr. Gerd Heckmann/Langendiebach, Pfarrer Arno Otto, Pfarrerin i. R. Dietgard Meyer, Pfarrer i.R. KR Otto Schäfer und der in diesem Jahr vertorbene Prälat i. R. Peter Hertzberg.

 

Ein besonderer Dank gilt Arnim Heynitz,  der die Aufgabe übernommen, das Manuskript fachmännisch zu korrigieren und daraus erwachsene sachlich weiterführende Hinweise zu geben.

 

Allen Genannten bin ich für ihre Mitarbeit und dabei menschlich zugewandten Haltung sehr dankbar. Ein besonderer Dank gebührt schließlich den verschiedenen vorne im Buch genannten Sponsoren, die mit einem Zuschuss geholfen haben, den Druck der Biographie zu ermöglichen.

 

 

Hannover, im August 201

Peter Gbiorczyk

 

 

 


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