Normen und Praxis der Armen- und Krankenfürsorge in der Grafschaft Hanau-Münzenberg in der Frühen Neuzeit
Alt- und Neustadt Hanau sowie die Gemeinden der Ämter Büchertal und Windecken
Dieses Buches über die Armen- und Krankenfürsorge in der ethnisch und religiös vielfältigen Stadt Hanau und den umliegenden Landgemeinden in der Frühen Neuzeit erscheint in einer Epoche, in der sich national und international die wirtschaftlichen und sozialen Konflikte durch die Klimakrise, die Corona-Pandemie, die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und weiteren Regionen in der Welt bedrohlich vergrößert haben. Dabei hat sich, wie immer in Krisenzeiten in der Geschichte, die Lage der wirtschaftlich und im gesellschaftlichen Ansehen Schwächsten (biblisch der Geringsten) besonders verschärft. Diese verarmen, erkranken, fliehen, hungern und sterben im Kampf um die Ressourcen zuerst. Die Frage nach Normen und Praxis für eine allen Bürgerinnen und Bürgern gerecht werdende Gesellschaft wird weltweit im politischen Alltag immer weniger gestellt. Die Schwächsten werden eher noch als vermeintliche Ursache für die Probleme benannt. So wird in der Bundesrepublik gegenwärtig die Kürzung des Bürgergelds als Lösung für die Sanierung von Staatshaushalten propagiert und nicht eine gerechtere Lohn- und Steuerpolitik. Ähnlich begründet wird auch die verstärkte Abwehr von Flüchtlingen unter Infragestellung oder Aussetzung geltender völker- und menschenrechtlicher Normen praktiziert. Die in dieser Untersuchung für die Grafschaft Hanau-Münzenberg in der Frühen Neuzeit festgestellten vor allem religiöse, politische und wirtschaftlichen Begründungen und Motive für die Armen- und Krankenfürsorge sowie die durch sie ausgerichtete Praxis können mit ihrem Scheitern und ihren Lösungen durchaus für gegenwärtig national und international geführte Dialoge und zu fassende Beschlüsse von Nutzen sein.
Danken möchte ich Dr. Eckard Meise, Hanau, Erhard Bus, Windecken und Peter Heckert, Maintal, die als Kenner und Publizisten der Hanauer Regionalgeschichte die Erarbeitung dieser Untersuchung durch Gespräche und vielfältige Hinweise befördert haben. Ein Dank gilt meiner Tochter Dr. Katja Gbiorczyk, die die Aufgabe übernommen hat, das Manuskript intensiv zu bearbeiten und das Layout zu erstellen. Dank gebührt auch Arnim Heynitz, Bruchköbel, für die Korrektur des Manuskripts. Ebenso Pastor i. R. Eberhard Jäger, Springe, der lateinische Texte übersetzt hat. Darüber hinaus danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Archiven, die bei den Recherchen fachkundig und zuvorkommend beraten und praktisch geholfen haben, so denen des Hessischen Staatsarchivs Marburg, des Stadtarchivs Hanau, der Landeskundlichen Abteilung der Stadtbibliothek Hanau und Pfarrer Torben Telder von der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde in Hanau.
Ein besonderer Dank gebührt schließlich den verschiedenen vorne im Buch genannten Sponsoren, die mit einem Zuschuss den Druck ermöglicht haben.
Marburg, im Oktober 2025
Peter Gbiorczyk